Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder

Stamm: Ulrich von Hutten

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Wir stellen euch vor ...

Ulrich von Hutten

Humanist, Dichter, Publizist
geboren: 21. April 1488 Burg Steckelberg bei Schlüchtern
gestorben: 29. August 1523 Insel Ufenau im Zürichsee

 

Ulrich von HuttenUnd warum tragen wir seinen Namen für unseren Stamm?

Auf Huttens Spuren sind wir gewandelt,
was war er für ein Mensch, wie hat er gehandelt?
Reichsritter, Dichter und Kämpfer ist er gewesen,
in zahlreichen Büchern kann man darüber lesen.
Gegen Kirche und Fürsten hat er aufbegehrt,
er hielt es für wichtig, dass man sich wehrt.
Ein Ritterdasein war schwer, gefiel ihm nicht,
zu wirken mit Worten hielt er für seine Pflicht.
Den Papst und das Deutsche Reich hatte er dabei im Blick,
mit scharfer Zunge hielt er sich nicht zurück.
Der Mensch, warum durfte er nicht frei und glücklich sein,
wieso war der christliche Glaube nur noch Schein?
Humanismus und Freiheit standen auf seinen Fahnen,
er hörte nicht auf, die Obrigkeit zu mahnen.
Ein Dorn im Auge war er eben jenen,
konnte sich selten in Sicherheit wähnen.
Ständig gehetzt und gezeichnet von Krankheit,
so ging auf der Insel Ufenau zu Ende seine Lebenszeit.
Seit vielen hundert Jahren ruht er nun dort,
doch seine Schriften verkünden weiter sein Wort.
Er ist nicht vergessen, nie und nimmer,
seine Gedanken sollen Leitspruch sein, für immer.
„Ich hab`s gewagt ...“  so sollten auch wir heute leben,
seinem Bemühen damit eine Fortsetzung geben.

Quelle: www.kgs-hutten.de

 

Biographie

Einem bekannten reichsritterlichen Geschlecht entstammend, verweigerte sich Hutten der vom Vater vorgesehenen geistlichen Karriere und studierte statt dessen seit 1503 an verschiedenen deutschen Universitäten (Erfurt, Mainz, Köln, Frankfurt/Oder, Leipzig, Greifswald, Rostock, Wittenberg und Wien). 1512 ging er zum Studium der Rechte nach Italien, seit 1515 studierte er dort mit finanzieller Unterstützung des Mainzer Erzbischofs Albrecht von Brandenburg.

Zur selben Zeit versuchte er, die Ehre seiner Familie in fünf katilinarischen Reden (1515-19) gegen Herzog UIrich von Württemberg wiederherzustellen, der seinen Vetter, den Hofmeister Hans von Hutten, wegen einer Ehebruchsaffäre erschlagen hatte. Diese Anklagen nutzte Hutten, die Umbrüche seiner Zeit erkennend, zugleich als Angriff gegen das erstarkende landesfürstliche Regiment, das er zusammen mit dem Papsttum als größtes Hindernis für die Freiheit der deutschen Nation ansah.

Mit den Dunkelmännerbriefen, deren zweite Folge seine Handschrift trägt, beteiligte er sich an dem literarischen Streit zwischen dem Humanisten Johannes Reuchlin und den Kölner Dominikanern. Während des zweiten Aufenthalts in Italien verschärfte sich Huttens Kritik am Renaissancepapsttum und veranlasste ihn, 1518/19 die Schrift des Laurentius Valla, in der die konstantinische Schenkung als Fälschung entlarvt wird, neu herauszugeben. Auf Betreiben Konrad Peutingers krönte ihn Maximilian I. im Juli 1517 zum "poeta laureatus"; kurz darauf wurde er als Hofrat in die Dienste des Mainzer Erzbischofs Albrecht übernommen.

Im Jahr 1519 schied Hutten aus dem Hofdienst aus, um sich ganz dem literarischen Kampf gegen Rom und die von ihm abhängigen Kleriker zu widmen. Als seine Position wegen der gegen ihn eingeleiteten kirchlichen Strafverfahren immer unsicherer wurde, suchte er im September 1520 Zuflucht auf der Ebernburg des einflussreichen Ritters Franz von Sickingen. Von dort wandte er sich mit seinen Kirchen- und Reichsreformplänen nun erstmals in deutscher Sprache an die Öffentlichkeit.

Den inzwischen im ganzen Reich als Gegner Roms bekannten Martin Luther sah er als Mitstreiter für seine politischen Pläne an und unterstützte ihn, jedoch ohne Verständnis für dessen theologisches Anliegen. Während des Wormser Reichstags versuchte Karl V., ihn durch die Übertragung eines kaiserlichen Amtes an sich zu binden. Doch enttäuscht vom Wormser Edikt, gab Hutten den Dienst wieder auf, um auf eigene Faust einen "Pfaffenkrieg" zu führen. Als Sickingen im Herbst 1522 im Kampf gegen den Erzbischof von Trier sein Leben verlor, verlor Hutten seinen wichtigen Protektor.

Er floh zu Erasmus nach Basel, der ihn jedoch abwies, dann zu Zwingli nach Zürich, der dem durch eine Syphilisinfektion inzwischen todkranken Mann eine Zuflucht auf der Insel Ufenau im Zürichsee beschaffte. Dort erlag er 1523 seiner langjährigen Krankheit. Als politischer Publizist geriet Hutten bald in Vergessenheit, als neulateinischer Dichter erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Von Wieland und Herder wiederentdeckt, wurde er im 19. Jh. als der "Aufwecker deutscher Nation" zum Vorreiter des protestantisch geprägten deutschen Nationalismus stilisiert.

Quelle: Wolfgang Pohl